Das Beichthaus

In der oben im Beichthaus befindlichen, gut belichteten Beichtkapelle, die links neben dem Kircheneingang betreten werden kann, sind heute vier der ursprünglich acht teilweise in die Wand eingelassene Beichtstühle aus Nussbaum aufgestellt, was auf einen umfangreichen Wallfahrtsbetrieb schliessen lässt. Die dreiseitig abgeschrägten Beichtstühle mit Rundbogenöffnungen und Schnitzverzierungen am Abschlussgesims wurden 1757 von Caspar Mutach aus Malters geschaffen. Als wertvoll gilt der an der Ostwand stehende, in seiner ursprünglichen Fassung erhaltene Kreuzaltar von Urs Fluder, der als beispielhaft für den volkstümlichen Rokokostil gilt. Der Altaraufbau wird von einem grossen Christus am Kreuz geprägt, der, assistiert von Maria und Josef, die Welt erlöst. Zu Füssen des Kreuzes windet sich die teuflische Schlange um die durch die Sünde gespaltene Weltkugel. Links von ihr sitzt die Sünde, dargestellt als Frau mit einer entblössten Brust und dem Pfau der Hoffart, Eitelkeit und des Hochmutes, rechts ein den Tod darstellendes Gerippe: Eine eindrückliche Mahnung vor der Beichte! Im Abschluss der vergoldeten und von Putten bestückten Fassung des Altaraufbaus ist das von Cherubim umschwebte Auge Gottes zu sehen.
Die Beichtkapelle diente zeitweise, so ab 1798 und ab 1838 als Schulstube für die Kinder von Blatten und Brunau.

Das zweistöckige Beichthaus (1757-59) enthält im unteren Geschoss eine ursprünglich für die Kutschen der Aristokraten und Klerikern bestimmte Remise. Bei der Renovation 2010/11 wurde die Remise zu einem Beweirtungsraum umgestaltet. In ihr sind die sehr schön restaurierte, gotische Kanzel als älteste Kirchenausstattung (um 1500 oder älter), sowie an der Wand das ursprüngliche Uhrwerk (1659) mit dem ab 1801 am Turm angebrachten Zifferblatt ausgestellt.